Für die wohl erstmalig stattfindenden Schulmeisterschaften im königlichen Spiel waren ursprünglich 14 Schüler angemeldet. Am besagten Donnerstag erschienen aber leider nur zehn. Dafür bauten um 15 Uhr teilweise sogar deren Eltern mit auf, so dass bereits eine halbe Stunde später die erste Runde beginnen konnte.
Dem beim Schach üblichen Schweizer System ist es zu verdanken, dass hierbei niemand nach einer Niederlage wie beim K.-o.-System ausscheidet, sondern z. B. ein Verlierer der ersten in der zweiten Runde gegen einen anderen Loser spielt und umgekehrt der Sieger einen anderen Gewinner vorgesetzt bekommt. Kurzum: Immer wieder werden andere und möglichst immer punktgleiche Teil-nehmer gegeneinander gelost. Ausgestattet mit Laptop und entsprechender Software half dabei Lothar Lekat vom benachbarten Bramfelder Schachklub.
Nach zwei Durchgängen führten mit den Busse-Brüdern die beiden größten Favoriten das Feld mit weißer Weste an, sprich: zwei Punkten. Im internen Duell am Spitzenbrett des dritten Umlaufs setzte sich der ältere Nils durch.
In der vierten Runde aber verlor der Oberstufenschüler, wieder ganz vorn an Tisch 1, gegen den Fünftklässler Kayhan, der ganz frech einfach das berühmte, über 500 Jahre alte, verzögerte Schäfermatt erfolgreich anwendete, benannt nach den Schafhirten, die im Mittelalter während ihrer ermüdenden Arbeit gern mal die kleinen Holzklötzchen bewegten, anstatt nur Schafe zu zählen. Ganz oben in der Tabelle notierte man vor dem allerletzten Match nun eine Troika aus Tom, Nils sowie dem Überraschungssieger, alle mit je drei Punkten auf dem Konto.
In der letzten Runde ließ Kayhan Rezazadeh trotz der Regel „Berührt, geführt!" seinen Gegner noch einen anderen Zug machen, eine überfaire Geste, spielte somit nur Remis und wurde am Ende Dritter. Gratulation! Die Busse-Brothers dagegen gewannen beide ihr fünfte Partie und beendeten gemeinsam mit jeweils vier Punkten das Turnier. Also musste über Platz 1, entsprechend dem Torverhältnis beim Fußball, hier beim Schach die sogenannte Buchholzzahl entscheiden, nämlich die addierten Endpunktzahlen aller fünf Gegner.
Somit war am Ende der älteste Schüler dann doch auch ganz knapp der beste Schachspieler. Schulmeister wurde Nils Busse. Herzlichen Glückwunsch!
Die ersten drei bekamen bei der Siegerehrung einen Pokal, die weiteren sieben eine Medaille, außerdem jeder Teilnehmer zusätzlich einen Sachpreis. Sieger Nils nahm das Portemonnaie, sein Bruder Tom entschied sich danach für den Jumbo-Tennisball, und erst Kayhan wählte den MP3-Player.
Fazit: Allen Beteiligten, ob nun Kinder, Eltern oder Turnierleiter, hat es riesigen Spaß gemacht. Vielleicht kommen nur mehr Schüler zur nächsten Meisterschaft. Geübt werden kann immer donnerstags von 15:30 bis 17 Uhr in der Schach-AG.