Das JBG fuhr nach Berlin! (05.10.2009)
Am 05.10.2009 fuhren die Klassen 8, 9, 10 sowie das S1 gemeinsam nach Berlin!Am diesem Tag spielte dort das bei uns ansässige Mendelssohn-Jugendsinfonieorchester in der Berliner Philharmonie!
Berlin, wir kommen!
Morgens früh um sechse schläft die kleine Hexe! Aber nicht die Schülerinnen und Schüler des Johannes-Brahms-Gymnasiums. Die waren am Montag, dem 5.Oktober, um diese Zeit schon putzmunter und unterwegs zum Parkplatz vor Hertie in der Herthastraße. Dort wartete in der Dunkelheit die Elefantenherde aus sieben Reisebussen. Pünktlich um 6.30 Uhr fuhr die Karawane los, auf nach Berlin.
Wenn Engel reisen, lacht bekanntlich der Himmel, und so lachte die Sonne vom Himmel, als wir vor dem Reichstagsgebäude eintrafen und mitleidig auf die lange Schlange der davor Wartenden blickten: Wir waren angemeldet, dank der Faxe von Frau Nirrnheim! Dass es dann doch noch sehr lange dauerte, bis alle im Fraktionssaal der CDU/CSU saßen und den Ausführungen des wissenschaftlichen Assistenten von Herrn Klimke (MDB) lauschten, lag an der peniblen Eingangskontrolle, die mindestens so gründlich wie die am Hamburger Flughafen war. Dabei sind wir Bramfelder doch nun wirklich harmlos!
Viele Fragen hatten wir nicht, wir wollten höher hinaus, hinauf auf die Kuppel. Und der Ausblick dort, bei strahlendem Wetter, war fabelhaft. In der Ferne der Berliner Dom und die Museumsinsel, noch weiter dahinter der Fernsehturm, rechts davon die Französische Kirche. Zu unseren Füßen das Brandenburger Tor, das Stelenfeld von Peter Eisenman, nach Westen zu die Siegessäule und weit entfernt der Gropiusbau. Dagegen zum Greifen nah die Berliner Philharmonie an der Herbert- von-Karajan-Straße: Dort wollten wir nachher hin! Denn die Musiker des Mendelssohn-Jugendsinfonieorchesters, die seit Samstag schon in Berlin waren, würden dort am Nachmittag ein großes Sinfoniekonzert geben.
Am Montagmorgen schon hatten sie insgesamt 23 Berliner Schulen besucht, den Schülern ihre Instrumente vorgestellt, sie probieren lassen und ihnen etwas über die Komponisten erzählt, deren Werke die Schüler am Nachmittag zu hören bekommen würden. Wir Hamburger hatten noch etwas Zeit bis zum Beginn des Konzertes um 15 Uhr und ließen uns die Berliner Luft, Luft, Luft... um die Nase wehen beim Shopping.
Um Viertel vor drei waren dann fast alle unserer Schüler vor der Philharmonie versammelt und strömten über die verwirrenden Treppenzugänge im Innern des Gebäudes zu ihren Plätzen in dem riesengroßen Saal. Das Konzert begann.
Josa Bambirra Malich spielte wunderbar leicht die Rhapsodie in Blue von George Gershwin, ein intensives musikalisches Gespräch zwischen Solist und Orchester, die Tonrepetitionen gegen Schluss wie ein Uhrwerk. Einfach toll! Die Bläser fabelhaft, kein Gickser bei den Hörnern, das Jazzsolo der Klarinette phänomenal, die Streicher schon vom Anblick her ein Genuss. Und so ging es weiter. Die Akustik in diesem Raum ist schlicht großartig: Hier hört man wirklich bis in den hintersten Winkel die Flöhe husten. Dass zwischen den einzelnen Sätzen nicht geklatscht wird, werden wir noch lernen; versprochen!
Das zweite Klavierkonzert von Sergej Rachmaninoff forderte vom Pianisten das äußerste an technischem Können, an Leichtigkeit und Eleganz. Und dabei ist so ein Steinway-Konzertflügel doch um einiges widerspenstiger als ein normales Klavier. León Bernsdorf spielte wie einer der ganz Großen; konzentriert, unprätentiös, einfach perfekt. Ein Hochgenuss, die ersten Takte im dritten Satz, wenn seine Hand harfengleich wie durch einen Kristalllüster fuhr. Das macht Evgeny Kissin nicht besser.
Und nach der Pause die vierte Sinfonie von Felix Mendelssohn: Die ersten Geigen wie an einer Schnur geführt von Clemens Malich, wunderbar der Ton der Konzertmeisterin. Die Sprünge des Orchesters, vom leisesten Pianissimo ins Forte im dritten Satz, grandios. Auch die Celli wunderbar weich und sonor, als wollten sich alle selbst übertreffen.
Dass die Zugabe mit der Filmmusik aus Star Wars von John Williams die Schüler begeistern würde, war natürlich kalkuliert. Und so hörte man überraschte Ausrufe wie "ey, geil, wow, pst, seid doch still". Ja, hier konnte man tatsächlich sehen, wie diese Musik „gemacht" wird!
Am Schluss der Jubel, das Pfeifen, das anhaltende Klatschen der ungefähr 2000 meist jugendlichen Zuhörer zeigte, dass auch ein klassisches Konzert Schüler begeistern kann. Herzlichen Dank an die Musiker des Felix-Mendelssohn-Jugendorchesters, herzlichen Dank an seinen Dirigenten, Professor Malich.
Leider musste sich unsere Bus-Karawane gegen 17.30 Uhr wieder auf den Rückweg nach Hamburg machen: Adieu Berliner Nachtleben. Aber die Rückreise im komfortablen Reisebus der Luxusklasse war dann sehr vergnüglich und entspannt. Selbst die Busfahrer klagten nicht über die Jugend von heute, sondern machten ihre Späße. So ging ein schöner Tag zu Ende, als alle wieder zu Hause in Bramfeld angekommen waren.
A.G. 07.10.2009
